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Andererseits ist durch die Hartz-Reformen die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust erkennbar gestiegen, bis weit in die Mittelschicht hinein. Das liegt daran, dass man sehr schnell in Hartz IV abrutscht und dann akut armutsgefährdet ist. Die Angst davor nagt an der Seele.

Sozialforscher Johannes Giesecke vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) spricht im Beitrag “Die Angst nagt an der Seele” der Berliner Zeitung über Arbeitsstress, Krankheiten und wachsende Ungleichheit.

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Sehenswert: Martin Künkler von der Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen in Deutschland spricht über seine Erfahrungen – „Wenn ich weiß, im Falle von Arbeitslosigkeit kommt der freie Fall ins Nichts – das diszipliniert.“

Nach 7 Jahren wurde in Deutschland das Kindergeld erhöht. Nur Kinder von Hartz IV BezieherInnen haben nichts davon, weil es gleich wieder abgezogen wird. Dazu ein guter Beitrag des ZDF:

Sanktionen wegbloggen

Eine Kampagne lädt dazu ein, für eine Petition, die die Streichung der Sanktionen von Hartz IV Bezieher_innen in Deutschland fordert, Stimmung in den Blogs zu machen. Eine feine Idee! Direkt zur Online-Petition geht es hier.

Eine breites Bündnis aus Kultur, Politik und Kirchen fordert ein Deutschland ein Moratorium der Hartz IV Sanktionen. Zentrale Inhalte sind:

  • Das Existenzminimum darf nicht angetastet werden!
  • Arbeitslose sind nicht an der Arbeitslosigkeit schuld!
  • Sanktionen als Mittel, um Sparvorgaben zu erfüllen?

Mehr dazu auch in diesem Artikel im „Freitag“: Im Visier der Sozialpolizei. (via klausenerplatz).

Ja, das wäre auch mal eine Idee für Österreich. Oder?

hartz iv teller

Ein Linkhinweis: Auf der Seite der Berliner Kampagne gegen Hartz IV finden sich Stellungnahmen und praktische Informationen für Betroffene. Zur Intention heisst es:

Die sogenannten Hartz IV-„Reformen“ bedeuten für Millionen Menschen Entrechtung, Enteignung, Arbeitszwang und Armutslöhne. Gegen diese menschenverachtenden „Reformen“ wenden wir uns entschieden.
Neben den vielen Einzelregelungen, mit denen der Sozialstaat teils offenkundig, teils hinterrücks abgeschafft wird, ist den Regierenden wie auch der die „Reformen“ mittragenden Opposition anzulasten, dass sie die notwendigen Fragen nicht stellen, zum Beispiel:
– Um welche Arbeitsinhalte (überflüssige / schädliche / notwendige Arbeiten) geht es eigentlich? Sollte nicht ein Teil der bestehenden Arbeitsplätze durch gesellschaftlich, ökologisch und sozial sinnvolle ersetzt werden?
– Sollten über Sinn und Unsinn der Arbeitsinhalte und Produkte nicht auch die Beschäftigten entscheiden?
– Erfolgt die Bewertung von Arbeit und Leistung tatsächlich in akzeptabler Weise? Gilt nicht darüber hinaus, dass Arbeit und Reichtum anders verteilt werden sollten?

essen

Mit dem Start einer Kampagne gegen Mangelernährung bei Hartz IV ruft ein Bündnis in Deutschland dazu auf, sich für die sofortige Erhöhung des Eckregelsatz auf 500 Euro einzusetzen. Im derzeitigen Satz von 359 Euro monatlich ist für Ernährung und nicht-alkoholische Getränke täglich ein Betrag von 3,94 Euro vorgesehen. „Das reicht allenfalls für 1.580 kcal täglich. Ein erwachsener Mensch benötigt aber bei gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung täglich 2.550 kcal. Wer sich gesund ernähren möchte, muss somit ab dem 20. eines jeden Monats seine Ernährung einstellen oder er verzichtet auf alles andere“, so Martin Behrsing vom Erwerbslosen Forum Deutschland. 0,49 Euro pro Tag für öffentliche Verkehrs­mit­tel und 0,28 Euro pro Tag für Besuche von Cafés oder Gaststätten sind bei Hartz IV vorgesehen. Mit dabei beim Bündnis sind auch das Aktionsbündnis Sozialproteste (ABSP), KLARtext e.V., das Rhein-Main-Bündnis gegen Sozialabbau und Billiglöhne, die Soziale Bewegung Land Brandenburg (SBB) und Tacheles e.V. Deutsche Bundestagsabgeordnete werden zur Stellungsnahme aufgefordert und es gibt eine Unterschriftenaktion, in der es neben der Forderung nach einer Erhöhung des Hartz IV Geldes auch um einen gesetzlicher Mindestlohn geht: Mindestens 10 Euro brutto die Stunde, lohnsteuerfrei!

Mehr Informationen und Unterstützungsmöglichkeit: http://www.500-euro-eckregelsatz.de/

Ein bezeichnender und berührender Beitrag über die Realität am Arbeitsamt in Deutschland. Hier gehts nur darum, denen, die sowas schon fast nicht haben, nochmal Steine in den Weg zu legen. Lesenswert!

Eine Studie in Deutschland (via Das Unterschichtenblog) belegt, dass HARTZ IV EmpfängerInnen nicht mehr nur wie bisher wegen Verstößen gegen die gesetzlichen Regelungen bestraft werden, sondern mittlerweile wird vielmehr die innere Haltung, die Meinung, bestraft. Von der Universität Bielefeld wurden 107 ArbeitsvermittlerInnen in Arbeitsagenturen (vergleichbar zum österreichischen AMS) nach der Einstellung zu ihrer Tätigkeit befragt. Telepolis berichtet

Entscheidungen von Arbeitslosen werden nicht einfach mehr als Handlungen von autonomen Bürgern hingenommen, die bei Verstoß gegen das Gesetz zum Beispiel durch Leistungsentzug bestraft werden. „Darum geht es heute nicht mehr: Es geht vielmehr um Einsicht und Kooperation.
Der Arbeitslose ist in diesen Sichtweisen kein autonomer Bürger mehr und der Staat kein Organ der Volkssouveränität. Der Staat, so die Studie, wird hier zur formalen Organisation, die mit dem Arbeitslosen eine Tauschbeziehung eingeht: Er kriegt Hartz IV, aber dafür soll er arbeiten, auch wenn es nur für ein paar Euro ist. Die politische Verbindung zwischen Bürger, Volkssouverän und Herrschaftsinstitution, also die demokratische Verfasstheit, wird so aufgelöst in das einfache Modell eines „Tausches“ zwischen dem „Staat“ und dem „Kunden“.

und resümmiert
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das Gebet an die Schutzheilige

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