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Gabi Stockmann Schöne neue Arbeitswelt Prekariat20 Menschen, die um wenig Geld, zeitlich befristet oder (schein)selbständig arbeiten müssen, erzählen in längeren biografischen Interviews vom Leben am Rand der Armut – denn das haben sie alle gemeinsam – und von ihren Hoffnungen und ihrer Realität, von ihren Kämpfen, Ängsten und Enttäuschungen.

Die Journalistin Gabi Stockmann hat die Interviews geführt und die Geschichten und Interviews in ein Buch zusammengefasst:

Schöne neue Arbeitswelt?
20 Interviews aus dem Prekariat

Zur Buchpräsentation lud die Arbeiterkammer Niederösterreich am 3. Mai in die Vöslauer Startbahn südlich von Wien. Publikum kam in Scharen, das Thema brennt immer mehr Menschen unter den Nägeln. Gabi Stockmann erszählte im Interview mit ihrem Verleger Hans Michael Salvesberger vom Werdegang des Buches. Als Journalistin hat sie der Blick hinter die Fassaden und auf die tatsächlichen Biografien, Leben und Interpretationen der in prekären Verhältnissen arbeitenden Betroffenen interessiert.

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am Donnerstag, 2. Dezember 2010, 19:00 im Depot in Wien, eine Veranstaltung des Gender Initiativ Kollegs mit einem Vortrag von Isabell Lorey, Gastprofessorin am Institut für Politikwissenschaft der Uni Wien:

Gouvernementale Prekarisierung und existentielle Verletzbarkeit

In welchem Verhältnis steht soziale, ökonomische und politische Prekarisierung zur existenziellen Verletzbarkeit eines jeden Lebens? Was kann Judith Butler mit ihren Ausführungen über grundlegende Gefährdetheit zur aktuellen Problematisierung von Prekarisierung beitragen? In wiefern ist diese Prekarisierung als ein neoliberales Regierungsinstrument zwischen Gehorsam und politischer Handlungsfähigkeit zu verstehen? Wie kann Selbstregierung zu einer widerständigen Praxis werden?

Es gibt Sozialhilfemissbrauch und dieser Mißbrauch der Sozialhilfe kostet „uns alle“ pures Geld. Blanke Penunze, Kohle, Kröten, Schotter, der uns allen gehört, dem Gemeinwesen. Unser Geld Geld Geld.

Steuerhinterziehung kostet „uns alle“ ebenfalls, entzieht uns allen – dem Gemeinwesen – Geld Geld Geld.

Interessant und – mensch möchte meinen – relevant ist natürlich das Verhältnis. Zahlen für Deutschland berechnen dieses Verhältnis, und es kommt für 2009 auf 1 zu 1.400. Auf einen Euro, der dem Gemeinwesen also durch Sozialhilfemissbrauch entgeht, kommen Euro 1.400,-, die durch hinterzogene Steuern „uns allen“ entgehen.

Nein, das wiederum ist freilich keine Überraschung. Und ja, das wird Politiker_innen und Medien nicht davon abbringen, ihre Kampagnen gegen die „Schmarotzer“ in der „sozialen Hängematte“ weiter zu fahren. Ist ja schließlich eine wichtige Front im KlassenkampfDen Rest des Beitrags lesen »

Eine ISW-Studie im Auftrag der AK-Oberösterreich bestätigt, was Santa PrecaristInnen wissen: Leiharbeit ist bei weitem keine „normale“ Arbeit, wie „jede(?) andere“:

Zeitarbeit ist insbesondere für  un-/ und angelernte Arbeiter/-innen, eine Beschäftigungsform mit einem beträchtlichem Prekaritätspotential. Annähernd die Hälfte aus dieser Gruppe gibt an, innerhalb der letzten zwölf Monate zumindest einmal arbeitslos gewesen zu sein. Insgesamt gibt die Hälfte aller Zeitarbeiter/-innen an, weniger als Stammbeschäftigte des gleichen Tätigkeitsbereichs zu verdienen.

54 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Einkommen nur „gerade ausreicht“ und 15 Prozent sagen sogar, dass sie mit dem erzielten Einkommen aus Leiharbeit nicht auskommen.

Am häufigsten arbeiten Menschen aus Alternativenlosigkeit in Leiharbeit (44% der Befragten), bereits 10% wurden aus der Stammbelegschaft in eine Leiharbeitsfirma ausgelagert.

Quelle: AK-Oberösterreich

Für einen Teil der Befragten scheint Leiharbeit eine Möglichkeit darzustellen, aus niedrig entlohnten (Einzelhandel, Gastronomie usw.) in Branchen mit vergleichsweise hohem Lohnniveau (Metall- und Fahrzeugindustrie usw.) zu wechseln – auf Kosten der Qualifikation, denn sie werden überwiegend als Anlernkräfte beschäftigt.

Auch scheint sich Leiharbeit zu einer Dauereinrichtung zu entwickeln: Etwa die Hälfte der Befragten arbeitet bereits mindestens vier Jahre, 17 Prozent sogar seit mehr als 10 Jahren als LeiharbeitnehmerIn.

ArbeitnehmerInnenrechte und Schutzbestimmungen werden regelmässig umgangen: 40% gaben an, zumindest ein mal eine falsche Lohnabrechnung bekommen zu haben, 37%, dass Krankenstand zur Kündigung führt, ein Fünftel, dass sie zu niedrig eingestuft seien.

Eine umfangreichere Zusammenfassung der Studie ist in den Pressekonferenzunterlagen der AK-Oberösterreich zu finden, im Detail werden die Studienergebnisse in der WISO-Ausgabe 04/2010 publiziert.

Almut Bachinger hat ihre politikwissenschaftliche Disseration über „Der irreguläre Pflegearbeitsmarkt. Zum Transformationsprozess von unbezahlter in bezahlte Arbeit durch die 24-Stunden-Pflege“ geschrieben. Darin geht sie auf die Veränderungen seit der Verrechtlichung dieses Bereichs ab 2006 ein und beschreibt, dass eine Auslagerung aus dem Familien in Richtung bezahlter, aber stark prekärer Arbeit stattfindet. Überdurchschnittliche viele Migrantinnen arbeiten in diesem Bereich.

Die Disseration kann hier im Volltext downgeloadet (PDF) werden, in der Presse gibt einen Text dazu.

Foto: valentin.d

Zeitarbeit bildet nach einer internationalen Arbeitsmarkt-Studie der Bertelsmann Stiftung selten eine Brücke in eine feste Anstellung. Für den Arbeitsmarkt in seiner Gesamtheit spielt sie immer noch eine untergeordnete Rolle …

Weiter bei evangelisch.de.

Warum die GPA-djp Interessensgemeinschaft work@flex ihren Newsletter nicht auch ins Web stellt, sondern diesen nur per Email an „Eingetragene“ verschickt, weiss ich nicht und finde ich jedesmal auch wieder abwegig. Wir haben 2010! Trotzdem hier daraus einige interessante Infos. Also über einen Umweg ins Web.

Buchhinweis:  Arbeiten im Callcenter – Service um jeden Preis?

Das Buch blickt hinter die Kulissen und beschreibt den Arbeitsalltag in Callcentern. Experten/innen – großteils ehemalige Callcenter-Agents – sprechen über ihre Erfahrungen: kleinliche Kontrollen, hoher Druck und verordnete gute Laune. Sie skizzieren aber auch Handlungsspielräume zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen zur Arbeit im Callcenter sowie Informationen über die Rechte der ArbeitnehmerInnen ergänzen das Buch.

Interviewpartner_innen zum Thema prekäre Arbeit gesucht

Eva Woska und Gabi Stockmann suchen für ein Buchprojekt über prekäre (= unsichere, nicht-existenzsichernde) Arbeit InterviewpartnerInnen mit entsprechenden Erfahrungen, möglichst über 30 (keine StudentInnen).

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Beinahe jeder zweite Arbeitslose kommt nicht mit seinem Einkommen aus. Das zeigt der aktuelle Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer (AK). Um über die Runden zu kommen, wird an allen Ecken und Enden gespart.

Mehr bei Leben mit dem Arbeitslosengeld

studieArbeit & Technik berichtet über eine Umfrage der GPA-djp-Interessengemeinschaft work@flex zum Thema „“Betriebsrat – Freund oder Feind atypisch Beschäftigter?”.

Befragt wurden BetriebsrätInnen, das Ergebnis ist erfreundlich:

Der überwiegende Teil der BetriebsrätInnen zieht in seinem Engagement für MitarbeiterInnen keine Grenze nach Vertragsformen, sondern stellt den Menschen in den Mittelpunkt und versucht diesen zu helfen, ganz gleich, ob es sich um freie DienstnehmerInnen oder regulär Beschäftigte handelt.

Die gesamte Umfrage findet sich bei der GPA-djp.

Putzfrau

Sind Putzfrauen und Müllmänner wichtiger für die Gesellschaft als Banker? Das behaupten in einer Studie (PDF) britische Ökonom_innen. Der Schluss von einem hohen Einkommen auf einen hohen gesellschaftlichen Wert funktioniert demnach nicht mehr.

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fair statt prekär

Ich will per Email am Laufenden gehalten werden.
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das Gebet an die Schutzheilige

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