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Zeitungen verkaufen auf der Strasse zählt wohl zu den miesesten und schlechtbezahltesten Jobs, die es hierzulande gibt. Die Künstler_innen Wiebke Grösch und Frank Metzger haben im Rahmen der Frankfurter Ausstellung „Playing the City“ (leider unmögliche Flash-Seite) das Thema aufgegriffen und in Zusammenarbeit mit MigrantInnen interessant gewendet: Die Aktion “News from Home” bestand darin, dass die Zeitungsverkäufer_innen anstelle der deutschsprachigen Tageszeitung, die sie täglich zum Verkauf anbieten, aktuelle Tageszeitungen aus ihrem jeweiligen Heimatland, in diesem Fall Sri Lanka, Bangladesh und Äthiopien, verkauft haben. (Via)

Das Dokumentation-Video:

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jenseits des helfersyndroms (20090530)

In Deutschland gab es im Mai 2009 den ersten Scheiß-Streik. Zu den Intentionen schreiben die Initiator_innen:

Für das Geld machen wir den Scheiss nicht mehr… weg!!!
Als Beschäftigte im Bereich der ambulanten Pflege und persönlichen Assistenz von Behinderten haben wir genug von ständigen Lohnabsenkungen, Reallohnverlusten und immer katastrophaleren Arbeitsbedingungen. Es reicht!

Gegen die anhaltende Abwertung unserer Arbeit wollen wir ein deutliches Zeichen setzen. Deshalb rufen wir alle in diesem Sektor Beschäftigten dazu auf: Beteiligt Euch am Scheiß-Streik.

Die Aktionsform ist neu:
nein, es wird nicht das Scheißen bestreikt, weiterlesen …

Der bernische Regierungsrat Philippe Perrenoud (SP) will Zeichen setzen. Es scheint Perrenoud mit der Bekämpfung der Armut im Kanton ernst zu sein. Sein Ziel ist erklärtermassen die «Halbierung der Armut im Kanton Bern innerhalb der nächsten 10 Jahre». Perrenoud stammt selbst aus einer Arbeiterfamilie und aus ärmlichen Verhältnissen. rr-perrenoud-philippex140Diese Erfahrung des Mangels und der Ungleichheit habe ihn, der vormals als Arzt praktizierte, schliesslich zur Politik geführt.

Alarmierende Zahlen

Perrenouds Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) verwendete für ihren Sozialbericht 2008 primär Steuerdaten, was ermöglichte, ein sehr genaues und umfassendes Bild der Lage im Kanton zu erheben. Die erhobenen Daten sind erschreckend. In der reichen Schweiz sind 7 % der Bevölkerung arm (bis 50 % des mittleren Einkommens) und weitere 5 % (50 bis 60 % des mittleren Einkommens) sind akut armutsgefährdet. In Franken gerechnet ist der Unterschied gering. Es handelt sich um eine Differenz im Einkommen von 350 Franken pro Monat und Person. Diese Grenzen sind rein mathematisch und somit willkürlich. Ein menschenwürdiges Leben lässt sich mit diesen Beträgen in der Hochpreisinsel Schweiz nicht realisieren. Eine Langzeitstudie zeigte, dass 20 % der Menschen hierzulande zumindest vorübergehend auf Zusatzleistungen angewiesen sind. Jedes 10. Kind von 0 – 5 Jahren ist im Kanton Bern über seine Eltern auf Sozialhilfe angewiesen.

Parteien ignorieren Probleme

Die Studie der GEF ist plausibel aufgebaut, die Problemfelder sind klar dokumentiert. Und in einem geht der Bericht gar völlig neue Wege:
In einem separaten Band befinden sich zehn ausführliche Interviews mit betroffenen Menschen. Damit wird die Statistik aufgebrochen, erhalten die abstrakten Zahlen ein Gesicht. Es müsse daran erinnert werden, dass es beim Thema Existenzsicherung um Menschen gehe, «weil die Armen keine Lobby haben», sagt Perrenoud. Und:

«Es gibt keine Partei der Armen. Die bestehenden Parteien, sogar die Linksparteien, kennen die Armut schlecht und stellen deren Bekämpfung nicht ins Zentrum ihrer Programme.»

Weiterlesen

Am Montag, den 22. und Dienstag, den 23. Juni 2009 findet in der Wiener Urania die Konferenz „Prekäre Perspektiven? Zur sozialen Lage von Kreativen“ (Programm und Anmeldung) statt, verstaltet von Kunstministerium. Die Konferenz ist nun jene Diskussion, die BMin. Schmied nach der Studie zur sozialen Lage der KünstlerInnen, versprochen hatte (Santa Precaria berichtete). In dieser Studie wurde deutlich, wie prekär die Lage der Kulturschaffenden ist – was die Interessensvertretungen sowieso schon seit Jahren betonen. Erfreundlich ist, dass diese stark ins Konferenzprogramm eingebunden sind – das lässt hoffen, dass diese Konferenz wirklich ein Schritt sein könnte, dass endlich etwas passiert! Zeit wirds!

Als Santa Precaria Bloggerin muss ich immer aufpassen, dass ich nicht völlig abrutsche in eine depressive Stimmung, denn viel Gutes gibt es von Schutzbefohlenen der Santa Precaria nicht zu berichten.
Heute habe ich wenigstens gelesen, dass Frauen in der britischen Spieleindustrie besser verdienen als Männer. Na, wenigstens irgendwo.

SchleckerFrauen sind es aber auch, die primär von den Arbeitsbedingungen im Einzelhandel betroffen sind.
Im Blog ArbeitsKlimaWandel findet sich eine Zusammenfassung einer Umfrage der GPA-djp zu den Arbeitsbedingungen bei Schlecker, die mit geordneten Arbeitsverhältnissen eigentlich gar nichts mehr zu tun haben.
Und: 76% der Befragten geben an, dass sie beim Verlassen der Filiale kontrolliert werden.

Betroffene können sich in der von der GPA-djp eingerichteten Erfahrungsbörse austauschen.

Eine Umfrage der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp und der Mediengruppe Online zeigt, dass eine große Mehrheit der Online-Journalist_innen redaktionell tätig ist und eigene Geschichten produziert, aber vertraglich nicht als RedakteurInnen anerkannt wird.
Ermöglicht wird das v.a. durch die Ausgliederung der Online-Redaktionen aus den Medienhäusern, was eine „Kollektivvertragsflucht“ ermöglich. Die berüchtigten „Freien Dienstverträge“ dominieren den Online-Journalismus.

Franz C. Bauer, Vorsitzender der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp kommentiert:

Die unfaire und inadäquate Behandlung der Kolleginnen und Kollegen in den Online-Redaktionen greift nicht nur deren wirtschaftliche Basis an, sondern stellt auch eine ernste Bedrohung für die Meinungsfreiheit in Österreich dar.

Informationen zur Studie gibt es bei der GPA-djp. Interessant ist auch das Blog der Mediengruppe Online, in dem unter anderem zu erfahren ist, dass bei einem schwedischen Online-Portal Journalist_innen nach Klicks bezahlt werden. Na, danke!

Santa Precaria berichtete über eine Studie zur Arbeitssituation der Handelsangestellten in Tirol. Nun gibt es eine österreichweite Studie der Arbeitskammer, die auch nicht wirklich besseres zu berichten hat:
Arbeit im Handel ist prekär.

Näheres gibts im Blog ArbeitsKlimaWandel.

… die Frage nach der Zukunft unserer Kinder (via)

Job?

Im Format vom 16.5.2009 findet sich ein Artikel zum Thema Arbeitsmarktservice „Im Kurs geparkt: Weiterbildungen für AMS-Kunden machen oft nur begrenzt Sinn“. Anhand von konkreten Fallgeschichten wir die Absurdität mancher AMS-Kurse deutlich. Zum Text.

Ich, Andrea, freue mich als Santa Precaria Autorin auch etwas dazu beigetragen zu haben mit meiner persönlichen „AMS-Ärger-Geschichte“. Hoffentlich bleiben die Format-Journalist_innen an diesem Thema dran – es betrifft immer mehr Menschen!

Im folgenden dokumentieren wir eine Pressemitteilung des Kulturrat Österreichs, des Dachverbands der österreichischen Kulturschaffenden zu einer Diskussionsveranstaltung.
Santa Precaria hat über das Thema schon berichtet.

Die Regierungsparteien unisono: Es wird keine Sofortmaßnahmen geben

Kulturrat Österreich hat VertreterInnen der Regierungsparteien zu einer Podiumsdiskussion über die (Nicht)Vereinbarkeit von selbstständiger/unselbstständiger Arbeit und Arbeitslosenversicherung eingeladen.

Weiterlesen der Stellungnahme des Kulturrats

fair statt prekär

Ich will per Email am Laufenden gehalten werden.
Heiligenbild

das Gebet an die Schutzheilige

Heiligenbild