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Wie auch hier schon öfter zu lesen war: prekär sind nicht nur ‚atypische‘ Beschäftigungsverhältnisse, sondern mitunter auch ganz ’normale‘ – etwa in der sozialen Arbeit. Und mit ihnen werden auch die Lebensverhältnisse ihrer KlientInnen immer prekärer …

Daher rufen BetriebsrätInnen aus dem Sozialbereich zur Kundgebung auf:

Für eine Sozialmilliarde

Gegen Budgetkürzungen im Gesundheits- und Sozialbereich

Dienstag, 29. Juni 2010, 9.30 Uhr

vor dem Bundeskanzleramt, Ballhausplatz, 1010 Wien

Details

Weitersagen, hinkommen und gemeinsam ein Zeichen setzen!

Mehr Informationen und Kommentare, sowie einen Bericht über die bereits stattgefundene Kundgebung der Beschäftigten bei NEUSTART (Bewährungshilfe), findet ihr am Sozialmilliarde-Blog.

Putzfrau

Sind Putzfrauen und Müllmänner wichtiger für die Gesellschaft als Banker? Das behaupten in einer Studie (PDF) britische Ökonom_innen. Der Schluss von einem hohen Einkommen auf einen hohen gesellschaftlichen Wert funktioniert demnach nicht mehr.

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AK WIen

Die AK Wien veranstaltet am 15. Dezember eine ganztägige Tagung zum Thema „Working Poor – Wege aus der Armut sind Wege aus der Krise“. Auftaktveranstaltung zum europäischen Jahr der Armutsbekämpfung 2010 – zum Auftakt des „Europäischen Jahres der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung 2010“. Zur Veranstaltungsankündigung geht eshier und hier direkt zum PDF mit dem Programm.

Mit der Mindestsicherung wird jetzt das Sozialsystem armutsfest gemacht. Sagen die einen. Jetzt wird ja keiner mehr arbeiten gehen. Sagen die anderen. Nichts von beiden wird eintreten …,

beginnt eine sehr schöne Presseaussendung der Armutskonferenz, in der sie mit Mythen zur Mindestsicherung aufräumt und die unseriösen Beispiele aus dem Finanzministerium dazu kritisiert.

Mit der so genannten Mindestsicherung werden
völlig falsche Erwartungen geweckt. (…) Es wird über etwas diskutiert, das es so gar nicht gibt.

Und zur Absicht, die geplante Mindestsicherung nur 12 Mal im Jahr auszuzahlen und damit noch einmal zu reduzieren, wird ausgeführt:

Wenn nun der Finanzminister darüber streitet, ob die Sozialhilfe innerhalb eines Jahres 12 Mal oder 14 Mal ausbezahlt wird, dann heißt das auch: Es wird derzeit darüber gestritten, ob Kindern ein monatliches Sozialhilfe-Existenzminimum in der Höhe von 220 oder aber max. 257 Euro zugestanden werden soll, von dem alle anteiligen Kosten – auch die Miete – bezahlt werden müssen.

Gegen die Reduktion auf 12 x im Jahr und darüber hinaus für eine weitreichendere Grundsicherung, die u.a. auch eine Sockelung von Arbeitslosengeld und Notstandshilfe, einen Mindestlohn von 7,50 EUR und ausbau von Infrastruktur beinhaltet,  sprechen sich übrigens auch Anträge der AUGE/UG an die AK-Wien aus, über die bei der Vollversammlung am 3. November abgestimmt wird.

Am Dienstag, dem 13. Oktober ’09 ist das 776 Seiten starke „Handbuch Armut in Österreich“ im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung mit Sybille Summer vom Republikanischen Club in Wien und Mitautorin sowie Mitherausgeberin Karin Heitzmann vom Institut für Sozialpolitik der Wirtschaftsuni Wien präsentiert worden.

Stand der Forschung zum Phänomen „Armut“
Das Handbuch Armut in Österreich gibt als Sammelband und Nachschlagwerk mit Beiträgen von 48 ExpertInnen einen umfassenden und systematischen Überblick über den aktuellen Stand der Armutsforschung in Österreich.

Video-still der Veranstaltung auf ichmachpolitik.at

video handbuch armut in österreich

Sybille Summer und Karin Heitzmann

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Für „SpezialistInnen“ nicht viel Neues, aber eine schöne Zusammenfassung bringt der Husch-Husch-Blog (den ich auch sonst zwar sehr unübersichtlich, aber ganz interessant finde) mit der Veröffentlichung eines Beitrags Prekarität – Die soziale Frage am Beginn des 21. Jahrhunderts und Möglichkeiten zu ihrer Politisierung von Klaus Dörre.

Klaus Dörre ist Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Globalisierung, prekäre Beschäftigung, Arbeitsbeziehungen, Rechtspopulismus.

OTS-Presseaussendung der Armutskonferenz:

Sozialhilfe: 43.600 Kinder und Jugendliche betroffen. Anstieg bei Kindern um 20 %. Armutskonferenz: Wir können etwas tun. Armut ist kein zu bestaunendes Naturereignis.

„43 600 Kinder und Jugendliche müssen unter Sozialhilfe-Bedingungen leben“, betont die Armutskonferenz und weist auf eingeschränkte Zukunftschancen hin. Das ist ein Anstieg um 20%! (Anstieg von 2006 auf 2007. Die heute publizierte Sozialhilfestatistik weist Zahlen noch vor der Finanzkrise aus.)

„Wir können etwas tun“, so Sozialexperte Martin Schenk. “ Es gibt genügend Instrumente und Möglichkeiten im Vollzug der Sozialhilfe, in der Schule, beim Wohnen und mit sozialen Dienstleitungen gegenzusteuern. Armut ist kein Naturereignis, das es mit jeder neuen Statistik zu bestaunen gilt.“

„Die Gründe für den Anstieg Hilfesuchender in der Sozialhilfe sind die zunehmende Zahl an „working poor“, nichtexistenzsichernde Arbeitslosen- und Notstandshilfeleistungen, Arbeitslosigkeit, der Anstieg an psychischen Erkrankungen und gestiegene Lebenshaltungskosten beim Wohnen „, analysiert Sozialexperte Schenk.

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Einladung

Zu einer Enquete am 30. Juni 2009, 14.00 – 18.00 Uhr im Wissensturm in Linz lädt die Bischöfliche Arbeitslosenstiftung. Gemeinsam mit Expert_innen (Mag.a Margit Appel, Prim. Dr. Werner Schöny, Univ.Prof. DDDr. Clemens Sedmak) werden Arbeitslosigkeit und psychische Belastungen diskutiert.

Aus der Einladung:

Arbeit ist trotz des Wandels der Erwerbsarbeitsgesellschaft das zentrale Instrument für die materielle und soziale Existenzsicherung, für Teilhabe und Integration, für Selbstwert und Wohlergehen. Mit einem Wort: für ein selbstständiges Leben. Arbeit stiftet individuell Sinn und Identität, ermöglicht Erfüllung. In der Gesellschaft definiert sie den Wert der Leistung und teilt den Status zu. Statt wie im Sprichwort ist die Arbeit nicht mehr nur das halbe Leben, sondern dominiert zunehmend das ganze Leben.

Doch seit Jahrzehnten und aktuell ganz besonders zeigt sich, dass nicht genügend Arbeitsplätze, von denen auch gut zu leben ist, für alle Menschen zur Verfügung stehen. Arbeitslosigkeit sowie die Anzahl der „Working Poor“ und prekär Beschäftigten steigen rapide.

Diese zentrale Bedeutung der Erwerbsarbeit und hohe eigene und gesellschaftliche Erwartungen verursachen einen enormen Druck, unter dem längere Zeit arbeitslose Menschen besonders leiden. Das Selbstvertrauen sinkt, die Hoffnungslosigkeit steigt, je länger die vergebliche Arbeitssuche dauert. Gesellschaftliche Diskussionen über Zumutbarkeitsbestimmungen, Erwartungen im persönlichen Umfeld oder Enttäuschungen bei Ämtern und Behörden können sich zu einer Problemlage kumulieren, die für einzelne Menschen kaum mehr bewältigbar ist.

Der bernische Regierungsrat Philippe Perrenoud (SP) will Zeichen setzen. Es scheint Perrenoud mit der Bekämpfung der Armut im Kanton ernst zu sein. Sein Ziel ist erklärtermassen die «Halbierung der Armut im Kanton Bern innerhalb der nächsten 10 Jahre». Perrenoud stammt selbst aus einer Arbeiterfamilie und aus ärmlichen Verhältnissen. rr-perrenoud-philippex140Diese Erfahrung des Mangels und der Ungleichheit habe ihn, der vormals als Arzt praktizierte, schliesslich zur Politik geführt.

Alarmierende Zahlen

Perrenouds Gesundheits- und Fürsorgedirektion des Kantons Bern (GEF) verwendete für ihren Sozialbericht 2008 primär Steuerdaten, was ermöglichte, ein sehr genaues und umfassendes Bild der Lage im Kanton zu erheben. Die erhobenen Daten sind erschreckend. In der reichen Schweiz sind 7 % der Bevölkerung arm (bis 50 % des mittleren Einkommens) und weitere 5 % (50 bis 60 % des mittleren Einkommens) sind akut armutsgefährdet. In Franken gerechnet ist der Unterschied gering. Es handelt sich um eine Differenz im Einkommen von 350 Franken pro Monat und Person. Diese Grenzen sind rein mathematisch und somit willkürlich. Ein menschenwürdiges Leben lässt sich mit diesen Beträgen in der Hochpreisinsel Schweiz nicht realisieren. Eine Langzeitstudie zeigte, dass 20 % der Menschen hierzulande zumindest vorübergehend auf Zusatzleistungen angewiesen sind. Jedes 10. Kind von 0 – 5 Jahren ist im Kanton Bern über seine Eltern auf Sozialhilfe angewiesen.

Parteien ignorieren Probleme

Die Studie der GEF ist plausibel aufgebaut, die Problemfelder sind klar dokumentiert. Und in einem geht der Bericht gar völlig neue Wege:
In einem separaten Band befinden sich zehn ausführliche Interviews mit betroffenen Menschen. Damit wird die Statistik aufgebrochen, erhalten die abstrakten Zahlen ein Gesicht. Es müsse daran erinnert werden, dass es beim Thema Existenzsicherung um Menschen gehe, «weil die Armen keine Lobby haben», sagt Perrenoud. Und:

«Es gibt keine Partei der Armen. Die bestehenden Parteien, sogar die Linksparteien, kennen die Armut schlecht und stellen deren Bekämpfung nicht ins Zentrum ihrer Programme.»

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Die auf diesem blog angekündigte Diskussion derStand.punkt widmete sich diesmal dem Thema „Endstation Armut – Sozialstaat in der Krise?“

Österreich ist eines der reichsten Länder der Welt. Und dennoch leben eine Million Menschen trotz Erwerbstätigkeit an oder unter der Armutsgefährdungsschwelle. Fast eine halbe Million Menschen leben in manifester Armut. „Ist etwas faul im Sozialstaate Österreich?“ Diese Fragen stellten sich Moderatorin Anita Zielina und ihre Gäste bei der dritten Diskussionsrunde von derStand.punkt auf okto und derStandard.at.

Einen Bericht der Veranstaltung mit Video findet ihr hier.

fair statt prekär

Ich will per Email am Laufenden gehalten werden.
Heiligenbild

das Gebet an die Schutzheilige

Heiligenbild