Es gibt Sozialhilfemissbrauch und dieser Mißbrauch der Sozialhilfe kostet „uns alle“ pures Geld. Blanke Penunze, Kohle, Kröten, Schotter, der uns allen gehört, dem Gemeinwesen. Unser Geld Geld Geld.

Steuerhinterziehung kostet „uns alle“ ebenfalls, entzieht uns allen – dem Gemeinwesen – Geld Geld Geld.

Interessant und – mensch möchte meinen – relevant ist natürlich das Verhältnis. Zahlen für Deutschland berechnen dieses Verhältnis, und es kommt für 2009 auf 1 zu 1.400. Auf einen Euro, der dem Gemeinwesen also durch Sozialhilfemissbrauch entgeht, kommen Euro 1.400,-, die durch hinterzogene Steuern „uns allen“ entgehen.

Nein, das wiederum ist freilich keine Überraschung. Und ja, das wird Politiker_innen und Medien nicht davon abbringen, ihre Kampagnen gegen die „Schmarotzer“ in der „sozialen Hängematte“ weiter zu fahren. Ist ja schließlich eine wichtige Front im Klassenkampf

… jedenfalls pointiert auf den Punkt gebracht durch Verhältniszahlen:

Caritas Deutschland hatte für das Jahr 2001 festgestellt, daß der Mißbrauch bei der Sozialhilfe 120 Mio. Euro betrug, Steuerhinterziehung dagegen den deutschen Staat um 65 Mrd. schädigte – ein Verhältnis von 1:540. Ein einfacher Zahlenvergleich, der mitten in der überhitzten Sozialbetrugsdebatte nachdenklich werden lässt.

Und neuere Zahlen für 2009 ergeben sogar ein Verhältnis von 1:1400.

… nachzulesen hier bei Hartz IV im Netz.

Also nochmals der Eingangssatz, der Titel: „Es gibt den Mißbrauch der Sozialhilfe, ja.“ Dieser Umstand, dass es – natürlich so wie überall – Missbrauch auch bei der Sozialhilfe gibt, wird von den Eliten für den eigentlichen und viel relevanteren Sozialhilfemissbrauch verwendet. Diese Leistungsträger missbrauchen die Sozialhilfe zur Stigmatisierung und zum Klassenkampf von oben, zur Ablenkung von ihren Interessen und der rücksichtslosen Durchsetzung der Interessen der Eliten.

Die laufenden lauten Kampagnen gegen den Sozialhilfemissbrauch sind der Sozialhilfemissbrauch.