Die AK Niederösterreich berichtet von mehreren Fällen der Ausbeutung von Arbeitslosen, wieder nach mittlerweile schon bekannten Schema des „Schnuppertage“-Betrugs. Die Krone.at berichtet unter der bemerkenswerten Schlagzeile:

Einzelhandel nutzte Not von Arbeitslosen aus

Offenbar gezielt haben manche Einzelhändler in der Vorweihnachtszeit die Not von Arbeitslosen ausgenutzt. Das berichtet die Arbeiterkammer Niederösterreich (AKNÖ). Demnach seien die Jobsuchenden zu unbezahlten „Schnuppertagen“ eingeladen worden, und zwar gezielt an solchen Tagen, an denen der Kundenansturm besonders groß war. Anschließend hätten sich die Firmen nicht wieder gemeldet.

Die Vorgangsweise der Arbeitgeber haben wir hier schon einmal dokumentiert und – WICHTIG! – auch die rechtlichen Grundlagen dazu angesprochen, siehe den Beitrag zur Ökonomie der Schnuppertage.

Dem ist nicht mehr viel hinzuzufügen. Obschon mensch schon argwöhnen könnte, inwieweit diese betrügerischen Praktiken im Handel der Konzentration zu mächtigen Supermarktketten geschuldet sind und ob die Verbreitung  solchen Betrugs auch von Arbeitnehmer nahen „Bildungsinstitutionen“ durch Schulungen unterstützt wird?

Update:
Es berichtet nun auch orf.at mit einem wenig längeren und sprachlich deutlich vorsichtigeren Artikel. Interessant sind hier die Kommentare, über weite Strecken nach dem Muster „böse und weltfremde Arbeitkammer“ und quasi „die sollen was hackeln“. 🙄

Was wohl ganz klar Betrug ist, wird in dem eigenen Universum der Onlinemedien-Foren ohne mit der Wimper zu zucken umgedichtet in eine vom „ökonomischen Sachzwang“ gebotene, mehr oder weniger notwendige Praxis, über die sich bitte niemand beschweren möge; dankbar müssen die sein, die schnuppern dürfen. *kopfschüttel*

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