Die Rosa-Luxemburg-Stiftung hat eine sehr interessante Dokumentation der Konferenz „Class in Crisis“ Das Prekariat zwischen Krise und Bewegung online gestellt. Neben Texten finden sich auch viele Videos der Vorträge zu finden; jetzt beim ersten Reinschauen hat mich z.B. die Analyse von Loïc Wacquant (University of California Berkeley) beeindruckt, der darstellt, dass prekarisierte Frauen in den USA von Welfare System schlecht „versorgt“ werden, deren Männer aber von Strafsystem – denn wer landet in den Gefängnissen? Eine neue Sicht auf den Gender Gap. Das und viel mehr gibts es bei der Konferenzdokumentation zu entdecken. Schwere Empfehlung!

Prekarisierung ist längst kein Problem von Wenigen mehr. Ob Putzfrau, Wachmann, Supermarktkassiererin oder Leiharbeiter, ob IT-Spezialist, Wissenschaftlerin, Journalist oder Kulturschaffende, ob Praktikant oder Ein-Euro-Jobberin – immer mehr Menschen sind Formen der „externer Link in neuem Fenster folgtFlexploitation“ ausgesetzt, der flexiblen Ausbeutung im neoliberalen Kapitalismus. In der Krise sind selbst die fest angestellten Stammbelegschaften nicht mehr sicher. Prekäre Beschäftigung bildet, zugespitzt formuliert, das neue Normalarbeitsverhältnis. Die gegenwärtige Krise verschärft Ungleichheiten und Unsicherheiten, fördert sie aber zugleich auch Organisationsprozesse der Prekären?

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