Eine Studie der AK Tirol „Handel im Wandel“ (telefonische Befragung von 500 Personen) belegt, dass im Handel viel Gratisarbeit geleistet wird:
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Denn jeder Zwanzigste Handelsangestellte erhält die von ihm geleisteten Mehr- und Überstunden überhaupt nicht bezahlt und beinahe 30 Prozent jener Beschäftigten, bei denen Mehr- und Überstunden dem Grunde nach abgegolten werden, geben an, dass bei ihnen keine Zuschläge berechnet werden. Dazu kommt noch, dass nur bei 60 Prozent der Befragten, die Vor- und Abschlussarbeiten überhaupt zur Arbeitszeit gerechnet werden. Umgekehrt formuliert:
Bei gut einem Drittel der Befragten werden die Vor- und Abschlussarbeiten gesetzwidrig als reine Gratisarbeit betrachtet.

Die AK Tirol zieht daraus den Schluss, dass im Handel sich zuallererst nicht die Frage nach einer „fairen“ Entlohnung stellt, sondern es geht zunächst einmal um die Bezahlung des rechtlich zustehenden Gehalts.

Weitere Fakten aus der Studie:

  • 22 Prozent der befragten Handelsangestellten gaben an, dass sie weder einen schriftlichen Dienstvertrag noch den gesetzlich zwingenden Dienstzettel gekommen haben.
  • 19 Prozent der Befragten arbeiten regelmäßig auch an Sonntagen oder Feiertagen und bei rund einem Drittel davon liegt die Sonntagsarbeit nicht im Interesse der Beschäftigten.
  • 25 Prozent der Handelsangestellten verfügen über keine festen Arbeitszeiten, bei mehr als einem Drittel wird die Arbeitszeit nur vom Vorgesetzten eingeteilt. Dabei handelt es sich aber eigentlich nicht um eine „flexible“, sondern um eine vorgeschriebene, „wechselnde“ Arbeitszeit.
  • 20 Prozent der Handelsangestellten werden in die Urlaubsplanung nicht einmal mit einbezogen, obwohl hier rechtlich eine einvernehmliche Vereinbarung vorgesehen wäre.

Nähere Informationen finden sich bei der AK Tirol, diestandard berichtet – vermutlich auch, weil zwei Drittel der Handelsangestellten Frauen sind.

Foto: sooperkuh

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