eine Geschichte von vielen, viele folgen noch …

Manuela S. ist 37 Jahre. Vor zwei Jahren hatte sie in einem Call-Center in Wien Simmering zu arbeiten begonnen. Sie war zuvor in einer, dann einer anderen Kursmaßnahme des AMS eingeteilt und schon länger auf Arbeitssuche. Sie hatte unter anderem einen PC-Kurs zu besuchen, sie, die gelernte Bürokauffrau, die in Sachen Wissen und Erfahrung den Kurs genauso und besser selbst hätte leiten können.

Als alleinerziehende Mutter zweier Kinder (im Kindergarten bzw. Volksschulalter) wollte sie immer nur eine Teilzeitanstellung eingehen, bei der sie vorrangig am Vormittag arbeiten konnte. Kinderbetreuung gab es in ihrer Umgebung auch kaum, nicht dass sie leistbar gewesen wäre für eine Alleinerzieherin.
Sie wollte nicht nach Wien, aber es war wahrscheinlich besser dort. Zu Hause hatte sie Freundinnen und ein kleines aber feines Netzwerk, in dem gegenseitige Hilfestellung über vieles hinweg half. Umgekehrt begann sie mit der Zeit die zunehmende Stigmatisierung zu spüren, mit zwei Kindern und alleine.

In Transdanubien konnte sie bei einer Freundin einziehen. Arbeitsteilung im Haushalt, zusammen drei Kinder, gemeinsames Einkaufen, abendliche Gespräche in der kleinen Küche mit einer Genossin in ähnlicher sozialer Situation.

Der Betrieb, der sich als familienfreundlich ausgab, – ihr gegenüber, dem AMS gegenüber, – teilte sie aber in vielen Fällen auch nachmittags ein. Als sie sich weigerte, in der Keilerabteilung zu arbeiten, in der PensionistInnen gezielt teure Verträge aufgeschwatzt werden, Verträge mit Leistungen, die diese PensionistInnen nie würden in Anspruch nehmen, weil was sollten die mit WAP und Unmengen an freien MMS etc., als sie in diese Abteilung also partout nicht wollte, da wurde sie auf Abrufdienste umgestellt.

In der eingeteilten Zeit musste sie immer zur Verfügung stehen, wurde aber oft kurzfristig angerufen, dass sie doch nicht gebraucht würde. Dies verschlechterte zusätzlich ihr geringes Einkommen. Sie war nur krankenversichert, freier Dienstvertrag, das hieß dann kein Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Immerhin die Möglichkeit für Arztbesuche für sie und ihre Kinder, bei denen sie dann doch immer diese demütigende Angst hatte, die e-card könnte nicht angenommen werden.
Kein Urlaubsanspruch. Kein Pensionsversicherungszeiten. Kein …

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