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In der neuesten migrazine, einem mehrsprachigen Online-Magazin von Migrantinnen für alle, herausgegeben von der autonomen Migrantinnen-Selbstorganisation maiz in Linz, finden sich mehrere interessante Beiträge.

Luzenir Caixeta schreibt über Prekarität und die bezahlte sexuelle Dienstleistung:

Die Rolle und Anzahl von Migrantinnen im prekarisierten Bereich nehmen rasant zu. Bestehende Arbeitsverhältnisse sind dabei überwiegend im Kontinuum „Sex – Fürsorge – Pflegearbeit“ angesiedelt. Die Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen ist ein Produkt sowohl diskursiver als auch rechtlicher und wirtschaftlicher Faktoren. De-Industrialisierung, immaterielle Produktion, Feminisierung der Arbeit, transnationale Migration und die Mobilität von Kapitalinvestitionen spielen in den Produktionsprozessen in den postfordistischen Gesellschaften eine prägende Rolle. Die neoliberale Umgestaltung dieser Prozesse, die unter den Stichwörtern Flexibilisierung, Deregulierung usw. die gesellschaftspolitischen Debatten beherrschen, brachte eine Vielfalt prekärer Arbeits- und Lebensbedingungen mit sich.

Katharina Ludwig berichtet über Lohn ohne Zettel:

Undokumentierte Arbeit von MigrantInnen dokumentieren und deren Rechte einfordern – die deutsche Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat sich für illegalisierte Arbeitende geöffnet.

… und noch viel mehr unter http://www.migrazine.at/

Sexworker News berichtet, dass bloggende Sexworker, internetvernetzte Prostituierte und Sexwork-Aktivisten auf der Blogger Conference Germany bcg2009.deKonferenz der unabhängigen Medien” nicht als sichtbar verlinkter Blog und Website erwünscht sind.

Aus dubiosen Gründen werden politisch aktive Sexworker offenbar im Netzwerk der sonst so freiheitsliebenden BloggerInnen- und Internetszene ausgeschlossen.
Sexworker.at schreibt:

Die Computer-Nerds, Internet-Programmierer und Medien-Aktivisten des digitalen Zeitalters hegen diffuse Berührungsängste zu ihren Schwestern und Brüdern im ‘ältesten’ Gewerbe. Ihre Bemühungen sich mit Internet-Anwendungen für die Anerkennung gleicher Bürgerrechte und nichtkriminalisierter Berufsausübung einsetzen und gegen hegemoniale Falschdarstellungen in Öffentlichkeit und Massenmedien, ihre oft tabuisierte, ungehörte eigene Sichtweise mitzuteilen werden vom Veranstalter der Blogger Konferenz Berlin im Vorfeld ersteinmal ausgeblendet.
Der Weg zu einer digitalen Avantgarde scheint noch weit. Bisher scheint man lieber selektiv und distanziert statt gemeinsam für Demokratie und Freiheit einzutreten.

Dem kann ich mich nur anschließen. “Double Standards” und Scheinmoral sind das, sonst nichts. :oops:

In dieStandard findet sich ein interessanter Beitrag über Sexarbeit, die Dienstleistung ohne Rechte, aber mit vielen Pflichten. 85 – 90 Prozent der Sexarbeiterinnen in Österreich sind Migrantinnen. Der dieStandard-Text analysiert den Opferdiskurs, der bei diesem Thema immer schnell, viel zu schnell aufkommt. Mehr zum Thema findet sich im Blog Sexworker News (der sich neu nun auch auf der Blogroll der Santa Precaria findet) und authentische Positionen der Sexarbeiterinnen bietet, die in Mainstream-Medien kaum vorkommen. Sexworker.at ist übrigens die größte deutschsprachige Community zum Thema Sexarbeit.

Anlässlich des internationalen Tages der Pflege- und Betreuungsberufe am 12. Mai 2009 dokumentieren wir hier eine Aussendung von maiz – Autonomes Zentrum von und für Migrantinnen aus Linz.

Weltweit wurde gestern, am 12. Mai der Internationale Tag der Pflege-und Betreuungsberufe gefeiert. Dieser Tag soll an “den wertvollen Beitrag, den PflegerInnen für die Gesellschaft leisten” erinnern.
Wir nehmen diesen Tag zum Anlass um den Fokus auf die globale Frage der Situation von Migrantinnen zu lenken und beziehen uns dabei auf einen noch viel breiter gefassten Begriff der Pflege. Pflege schließt vor allem für Migrantinnen eine reihe weiterer bezahlter Dienstleistungen mitein, die im aktuellen Kontext der Globalisierung von (prekären) Arbeitsverhältnissen stark beeinflusst und großteils Ergebnis der vielfältigen Umgestaltung des Produktionsprozesses in postfordistischen Gesellschaften sind. Mit der Vielfalt prekärer Existenzen nehmen auch Rolle und Anzahl von Migrantinnen in diesem Bereich rasant zu. Bestehende Arbeitsverhältnisse sind dabei überwiegend im Kontinuum “Sex-Fürsorge-Pflegearbeit” angesiedelt.

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