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Die AK Wien veranstaltet am 15. Dezember eine ganztägige Tagung zum Thema „Working Poor – Wege aus der Armut sind Wege aus der Krise“. Auftaktveranstaltung zum europäischen Jahr der Armutsbekämpfung 2010 – zum Auftakt des „Europäischen Jahres der Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung 2010“. Zur Veranstaltungsankündigung geht eshier und hier direkt zum PDF mit dem Programm.
Die Interessensgemeinschaft work@education bietet zwei neue Broschüren für Lehrende, Vortragende, Trainer_innen an, die besonders auch für prekär Beschäftigte in diesem Feld von Interesse sind:
Honorarbarometer 2009
Zum vierten Mal konnten uns TrainerInnen, Vortragende und Lehrende ihre Honorar- und Vertragsbedingungen anonym per Online-Befragung zur Verfügung stellen. Diese Daten wurden in den Bereichen Einkommensentwicklung, Vertragsbedingungen, AMS-Maßnahmen… ausgewertet. [...] Das Honorarbarometer 2009 zeigt erneut auf, dass die Honorare stagnieren bzw. real sinken, der Trend zum einheitlichen Stundenhonorar weiter geht, Erfahrung bei der Höhe der Honorare keine Rolle spielt und vieles mehr
Broschüre zur Beschäftigung in privaten Bildungseinrichtungen: Rechtsgrundlagen – Vertragsarten – Einkommen.2009
Wir, als GPA-djp, stehen und treten für arbeits-, sozialversicherungs- und steuerrechtlich korrekte Rechtsverhältnisse ein. In den letzten Monaten wurde viel über dieses Thema diskutiert und einige Fragen sind aufgetaucht. Mit unserer Informationszeitung wollen wir die vielen, teils stark
verunsicherten, KollegInnen über die rechtlichen Rahmenbedingungen aufklären und zur Diskussion über die unterschiedlichen Verträge und Mindestnormen einen -rechtlich- korrekten Beitrag leisten.
Beide Broschüren können bei der GPA-djp Interessensgemeinschaft work@education leider ziemlich umständlich bestellt werden.
Am Dienstag, dem 13. Oktober ‘09 ist das 776 Seiten starke „Handbuch Armut in Österreich“ im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung mit Sybille Summer vom Republikanischen Club in Wien und Mitautorin sowie Mitherausgeberin Karin Heitzmann vom Institut für Sozialpolitik der Wirtschaftsuni Wien präsentiert worden.
Stand der Forschung zum Phänomen „Armut“
Das Handbuch Armut in Österreich gibt als Sammelband und Nachschlagwerk mit Beiträgen von 48 ExpertInnen einen umfassenden und systematischen Überblick über den aktuellen Stand der Armutsforschung in Österreich.
Video-still der Veranstaltung auf ichmachpolitik.at

Sybille Summer und Karin Heitzmann
Die Textilkette KIK schnüffelte 49.000 MitarbeiterInnen hinterher. Dazu passend gibt es im Blog ArbeitsKlimaWandel Links zum Thema Die überwachte Belegschaft und Informationen über eine andere Kette, die für prekäre Verhältnisse steht: die Drogeriekette Schlecker (zur aktuellen Unterschriftenkampagne der GPA-dja hat SantaPrecaria hier berichtet).
Die Resignation im Job steigt, berichtet ebenfalls ArbeitsKlimaWandel, auf eine Umfrage der AK Oberösterreich hinweisend. Dazu passt die auch arbeitsrechtliche Frage nach den Risken ständiger Erreichbarkeit.
Ein-Personen-Unternehmen sind beim Kindergeld benachteiligt, wissen die Grünen, wie Ceiberweiber berichtet.
Bremen hat die meisten Mini-Jobber, auch kein Ruhmesblatt.
Die kulturrisse der IG Kultur Österreich berichten über das komplexe Thema KünstlerInnen und Arbeitslosenversicherung und rezensieren das Buch „Die Arbeitslosenpolizei“ von Christine Werner. Die Gesamtlage der Kulturschaffenden bringt Prekäre Einsichten.
Ob es besser wird, wenn ärmere Menschen immer weniger wählen gehen, bleibt zu fragen. Andererseits gibt doch da einen alten Spruch: „Wenn Wahlen was verändern würden, wären sie schon längst verboten“. Was einstweilen passiert, berichtet die Junge Welt: Die CDU lies Ein-Euro-Jobber für sich plakatieren.
Da tut Protest Not:
Die KPÖ Steiermark wehrt sich gegen die Auslagerung der Reinigung in Krankenhäusern an private Firmen. Allzu bekannt ist, dass damit schlechtere Arbeitsbedingungen verbunden sind.
Künstlerischen Widerstand übt das Unternehmen Monkeydick-Productions.
Die Gewerkschaft vida hat nun einen eigenen Podcast.

Noch ein Medientipp: In Radio Stimme, der Sendung der Initiative Minderheiten auf den Freien Radios, geht es um „Das Netz der Straße. Straßenverkäufer_innen organisieren sich„.
Sie arbeiten 12 Stunden täglich und verdienen trotzdem gerade genug um zu überleben. Als flexible Dienstleister_innen sind sie zur Stelle, wo sie gerade gebraucht werden – und werden dort meistens als unliebsamer Schandfleck im Stadtbild wahrgenommen. Straßenverkäufer_innen verrichten ihre Arbeit im Freien, unter rechtlich schlecht abgesicherten Bedingungen, in der Regel ohne soziale Absicherung im Fall von Krankheit oder Arbeitslosigkeit. Sich in derartig prekären Arbeitsverhältnissen zu organisieren scheint nahezu unmöglich. Dennoch machen Straßenverkäufer_innen seit längerem schon wirksam auf ihre Anliegen aufmerksam. Radio Stimme hat nachgefragt, wie sich dieser Teil der working poor organisiert.
Ausstrahlungstermine:
Radio FRO (Linz) Sa, 10. Oktober, 10.00 Uhr
Radiofabrik Salzburg So, 11. Oktober, 09.00 Uhr
Freies Radio Salzkammergut Di, 13. Oktober, 10.00 Uhr
Freirad (Innsbruck Do, 15. Oktober, 12.00 Uhr
Radio Helsinki (Graz) Do, 15. Oktober, 16.00 Uhr
Radio AGORA (Kärnten) Do, 15. Oktober, 19.00 Uhr
Radio Proton (Bludenz) Fr, 16. Oktober, 22.00 Uhr
Radio FRO (Linz) Sa, 17. Oktober, 10.00 Uhr

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, aber offenbar ist es nicht so. Die Gewerkschaft GPA-djp hat eine Online-Unterschriften-Kampagne ins Netz gestellt, dass bei der Drogeriekette Kollektivverträge und die Gesetze eingehalten werden sollen. Die prekären Bedingungen bei Schlecker sind nichts Neues, immer wieder wird darüber berichtet, hier zum Beispiel ein Beitrag aus Sic! Forum für feministische Gangarten aus dem Jahr 2003 (!), wo aber auch deutlich wird, dass es nicht nur diese Drogeriekette ist, die von arbeitsrechtlichen Mindeststandards nichts hält. Über die aktuelle Situation berichtet der Standard.
In der Blogosphäre tut sich einiges zum aktuellen Thema „Mindestsicherung„, ergänzend zu den bisherigen Beiträgen zum Thema hier einige ausgewählte Texte:
Werner Posch (SPÖ) aus Vorarlberg schreibt über Mindestsicherung nur mit Wermuthstopfen: ÖVP-Erbsenzähler als Bremsklotz moderner Sozialpolitik.
Über den Teppich des Sozialministers und Rudis Kollege schreibt haftgrund, nach der Realitätsnähe oder besser -ferne unseres Sozialministers fragend.
Im Tagebuch einer (Pseudo-)Arbeitslosen wird gerechnet und festgestellt, dass sich mit 732.- Euro eigentlich nicht leben lässt, zumindest entweder aufs Essen oder auf die Heizung zur verzichten ist: “Mindestsicherung” und Arbeitslosen-WGs.
Für „SpezialistInnen“ nicht viel Neues, aber eine schöne Zusammenfassung bringt der Husch-Husch-Blog (den ich auch sonst zwar sehr unübersichtlich, aber ganz interessant finde) mit der Veröffentlichung eines Beitrags Prekarität – Die soziale Frage am Beginn des 21. Jahrhunderts und Möglichkeiten zu ihrer Politisierung von Klaus Dörre.
Klaus Dörre ist Professor für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Globalisierung, prekäre Beschäftigung, Arbeitsbeziehungen, Rechtspopulismus.

Mit dem Start einer Kampagne gegen Mangelernährung bei Hartz IV ruft ein Bündnis in Deutschland dazu auf, sich für die sofortige Erhöhung des Eckregelsatz auf 500 Euro einzusetzen. Im derzeitigen Satz von 359 Euro monatlich ist für Ernährung und nicht-alkoholische Getränke täglich ein Betrag von 3,94 Euro vorgesehen. „Das reicht allenfalls für 1.580 kcal täglich. Ein erwachsener Mensch benötigt aber bei gesunder Ernährung und ausreichender Bewegung täglich 2.550 kcal. Wer sich gesund ernähren möchte, muss somit ab dem 20. eines jeden Monats seine Ernährung einstellen oder er verzichtet auf alles andere“, so Martin Behrsing vom Erwerbslosen Forum Deutschland. 0,49 Euro pro Tag für öffentliche Verkehrsmittel und 0,28 Euro pro Tag für Besuche von Cafés oder Gaststätten sind bei Hartz IV vorgesehen. Mit dabei beim Bündnis sind auch das Aktionsbündnis Sozialproteste (ABSP), KLARtext e.V., das Rhein-Main-Bündnis gegen Sozialabbau und Billiglöhne, die Soziale Bewegung Land Brandenburg (SBB) und Tacheles e.V. Deutsche Bundestagsabgeordnete werden zur Stellungsnahme aufgefordert und es gibt eine Unterschriftenaktion, in der es neben der Forderung nach einer Erhöhung des Hartz IV Geldes auch um einen gesetzlicher Mindestlohn geht: Mindestens 10 Euro brutto die Stunde, lohnsteuerfrei!
Mehr Informationen und Unterstützungsmöglichkeit: http://www.500-euro-eckregelsatz.de/„
Günther Walfraff schreibt in der „Zeit“ über die Arbeitsbedingungen von Auszubildenden in Gourmetrestaurants: Unfeine Küche.
Über Frauen als soziale Air Bags (PDF) berichtet Christa Wichterich in Lunapark21, die überhaupt sehr empfehlenswert ist.
Im Blog „Mitten am Rand“, der nun auch auf der Blogroll der Santa Precaria gelandet ist, gehts darum, dass der Zuschuss für Rechtsbeihilfe für HartzIV-EmpfängerInnen von €30.- auf €10.- zusammengekürzt wurde, Motto: Lieber dem Hund trauen als den Menschen.




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