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Aus dem Elfenbeinturm Innenstadtpalais der ÖVP – aka ohne zu erröten selbsternannte Wirtschaftskompetenzpartei – dringt die Kunde vom neuesten Public Relations Coup an die mediale Öffentlichkeit:
Wer sich unter der unglaubliche Breite von zehntausenden engagierten Bewerberinnen und Bewerbern als „super-schräge„, „super-innovative“ und supermäßig „nicht angepasste“ Type durchsetzen kann, dieser glücklichen „Unter-Dreißigjährigen“ winkt der heiße Preis eines unbezahlten Praktikums.
Ganz Österreich – also ganz Österreich unter 30 – kaut bereits nervös auf den Fingernägeln herum und fragt sich „bin ich der SuperPraktikant„?
Die IG Freie Theaterarbeit lädt zu einer Präsentation mit Pressegespräch und Open Space: Prekäre Freiheiten / Arbeit im freien Theaterbereich in Österreich. Die Veranstaltung findet am 18. Februar 2009 von 10-18 Uhr im DSCHUNGEL Wien, 1070 Wien, Museumsplatz 1 statt. Die IG Freie Theater hat sich damit eine neue, ungewöhnliche Form überlegt eine Broschüre verfasst von Sabine Kock vorzustellen und deren Inhalte öffentlich zu diskutieren.
Die Probleme sind bekannt: Kurzfristig wechselnde Beschäftigungsverhältnisse und eine bereits dominierende und weiter wachsende Zahl selbstständiger Tätigkeiten mit immer wieder und immer öfter dazwischen liegenden Zeiten der Arbeitslosigkeit bzw. ohne Einkommen machen Kunst und Kultur gegenwärtig zu einer seltsam erprobten Avantgarde prekärer Arbeitsverhältnisse, obwohl das seit 1922 geltende Schauspielergesetz Anstellungen auf der Bühne generell vorschreibt.
Künstlerisches Einkommen ist unbeständig und reicht für viele insgesamt kaum noch zum Erhalt der Existenz.
Mehrfachversicherungen verkomplizieren die Situation und vielfach haben Theaterschaffenden an den Leistungen der Systeme, in die sie doppelt einzahlen, keinen Anteil.
Förderungen im freien Theaterbereich bewegen sich zwischen einem Zehntel und einem Tausendstel der Förderung für große Institutionen – legale Anstellungsverhältnisse sind damit nicht zu realisieren. Gleichzeitig führen rückwirkende Prüfungen von Gebietskrankenkassen zu empfindlichen Nachzahlungen und Strafen für einzelne Gruppen und Häuser. Hier liegt ein grundlegendes Strukturproblem vor. Die Gesamtsituation der Sparte ist unhaltbar geworden und erfordert dringendes Handeln auf allen politischen Ebenen.
Mehr Infos und Anmeldemöglichkeit gibt es auf der Homepage der IG Freie Theaterarbeit.




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