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Seit Jahren ist ein Leitthema der bürgerlichen Parteien in der Schweiz, Steuern und Abgaben zu senken. Nun, in der sogenannten „Krise“, führen dieselben Kreise die dadurch fehlenden Mittel als Argument für eine massive Attacke gegen die Sozialversicherungen ins Feld. Unterstützt werden Sie dabei vom Bundesrat.

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So will der Bund die mit 6 Milliarden Franken verschuldete Arbeitslosenkasse mit Leistungskürzungen, einer Beitragserhöhung und einem befristeten Solidarbeitrag durch Besserverdienende sanieren. Pikant daran ist, dass das geltende Gesetz bereits jetzt Beitragserhöhung und Solidarbeitrag zulassen würde, und zwar in grösserem Umfang, als dies die Revision vorsieht.

Der Journalist Andreas Fagetti schreibt dazu in der WOZ Die Wochenzeitung:

Dramatisch ist nicht die Lage der Sozialversicherungen. Dramatisch ist der Angriff auf einen Sozialstaat, der gesellschaftlich und volkswirtschaftlich ausserordenlich produktiv ist.

Der ganze Text von Andreas Fagetti, ergänzt um ein Interview von Carlos Hanimann mit dem FDP Präsidenten Fulvio Pelli.

Die Interessensgemeinschaft work@education bietet zwei neue Broschüren für Lehrende, Vortragende, Trainer_innen an, die besonders auch für prekär Beschäftigte in diesem Feld von Interesse sind:

Honorarbarometer 2009

Zum vierten Mal konnten uns TrainerInnen, Vortragende und Lehrende ihre Honorar- und Vertragsbedingungen anonym per Online-Befragung zur Verfügung stellen. Diese Daten wurden in den Bereichen Einkommensentwicklung, Vertragsbedingungen, AMS-Maßnahmen… ausgewertet. [...] Das Honorarbarometer 2009 zeigt erneut auf, dass die Honorare stagnieren bzw. real sinken, der Trend zum einheitlichen Stundenhonorar weiter geht, Erfahrung bei der Höhe der Honorare keine Rolle spielt und vieles mehr

Broschüre zur Beschäftigung in privaten Bildungseinrichtungen: Rechtsgrundlagen – Vertragsarten – Einkommen.2009

Wir, als GPA-djp, stehen und treten für arbeits-, sozialversicherungs- und steuerrechtlich korrekte Rechtsverhältnisse ein. In den letzten Monaten wurde viel über dieses Thema diskutiert und einige Fragen sind aufgetaucht. Mit unserer Informationszeitung wollen wir die vielen, teils stark
verunsicherten, KollegInnen über die rechtlichen Rahmenbedingungen aufklären und zur Diskussion über die unterschiedlichen Verträge und Mindestnormen einen -rechtlich- korrekten Beitrag leisten.

Beide Broschüren können bei der GPA-djp Interessensgemeinschaft work@education leider ziemlich umständlich bestellt werden.

Ein interessanter Beitrag, gerade im Kontext der Proteste an den Universitäten, auf science.orf.at: Was man gegen Prekarisierung tun könnte

Projektorientierung, befristete Verträge, keine Anstellungen: Die Prekarisierung der Arbeit schreitet auch in der Wissenschaft voran. Was man aus Sicht der Betroffenen dagegen tun kann, hat eine aktuelle Studie untersucht.

Die Textilkette KIK schnüffelte 49.000 MitarbeiterInnen hinterher. Dazu passend gibt es im Blog ArbeitsKlimaWandel Links zum Thema Die überwachte Belegschaft und Informationen über eine andere Kette, die für prekäre Verhältnisse steht: die Drogeriekette Schlecker (zur aktuellen Unterschriftenkampagne der GPA-dja hat SantaPrecaria hier berichtet).

Die Resignation im Job steigt, berichtet ebenfalls ArbeitsKlimaWandel, auf eine Umfrage der AK Oberösterreich hinweisend. Dazu passt die auch arbeitsrechtliche Frage nach den Risken ständiger Erreichbarkeit.

Ein-Personen-Unternehmen sind beim Kindergeld benachteiligt, wissen die Grünen, wie Ceiberweiber berichtet.

Bremen hat die meisten Mini-Jobber, auch kein Ruhmesblatt.

Die kulturrisse der IG Kultur Österreich berichten über das komplexe Thema KünstlerInnen und Arbeitslosenversicherung und rezensieren das Buch „Die Arbeitslosenpolizei“ von Christine Werner. Die Gesamtlage der Kulturschaffenden bringt Prekäre Einsichten.

Ob es besser wird, wenn ärmere Menschen immer weniger wählen gehen, bleibt zu fragen. Andererseits gibt doch da einen alten Spruch: „Wenn Wahlen was verändern würden, wären sie schon längst verboten“. Was einstweilen passiert, berichtet die Junge Welt: Die CDU lies Ein-Euro-Jobber für sich plakatieren.

Da tut Protest Not:

Die KPÖ Steiermark wehrt sich gegen die Auslagerung der Reinigung in Krankenhäusern an private Firmen. Allzu bekannt ist, dass damit schlechtere Arbeitsbedingungen verbunden sind.

Künstlerischen Widerstand übt das Unternehmen Monkeydick-Productions.

Die Gewerkschaft vida hat nun einen eigenen Podcast.

Die Vorträge der Konferenz „Zur sozialen Lage der Künstler und Künstlerinnen in Österreich“ (Ankündigung bei Santa Precaria) sind nun vom BMUKK online gestellt worden (via Das Kulturmanagement Blog). Hintergrund dieser Konferenz ist eine Studie zum Thema, die die desaströse Situation deutlich macht. Was folgt? Wann wird auf die Forderungen der Interessensvertretungen der Kulturschaffenden reagiert?

Als „objektiv prekär“ beschreiben Fachleute die Berufssituationen von WissenschaftlerInnen. Anhand konkreter Lebensgeschichten zeigt das sehr anschaulich ein Beitrag in der FAZ: Karriere durchs Nadelöhr.

Im Spiegel online spricht der bekannte Psychoanalytiker Horst- Eberhard Richter über die Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und den seelischen Notstand, der daraus entsteht: „Der moderne Kapitalismus ist krank“.
Via Christopolis

Mindestsicherung“ again. Martin Schenk von der Armutskonferenz schreibt im Wiener „Augustin“ über den Klassenkampf von oben:

Armut macht keinen Urlaub. Die Sozialhilfereform schon. Seit Jahren. Vier Jahre wird das Projekt Mindestsicherung, im Kern eine Reform der Sozialhilfe, nun schon diskutiert. [...] Im Finanzministerium ist offensichtlich für alles Geld da, nur nicht für die Absicherung gegen Armut.

Über die prekären Arbeitsbedingungen in Call-Centers berichtet der WDR – „Die Angst ist oft groß“:

Mitarbeiter beklagen unbeständige Arbeitszeiten, mobbingartige Kontrollen und Stundenlöhne von fünf oder sechs Euro. Gewerkschafter wollen nun die Bedingungen verbessern.

Deutschland, aber vieles lässt sich wohl auch auf andere europäische Länder übertragen.

In dieStandard findet sich ein interessanter Beitrag über Sexarbeit, die Dienstleistung ohne Rechte, aber mit vielen Pflichten. 85 – 90 Prozent der Sexarbeiterinnen in Österreich sind Migrantinnen. Der dieStandard-Text analysiert den Opferdiskurs, der bei diesem Thema immer schnell, viel zu schnell aufkommt. Mehr zum Thema findet sich im Blog Sexworker News (der sich neu nun auch auf der Blogroll der Santa Precaria findet) und authentische Positionen der Sexarbeiterinnen bietet, die in Mainstream-Medien kaum vorkommen. Sexworker.at ist übrigens die größte deutschsprachige Community zum Thema Sexarbeit.

fair statt prekär

Ich will per Email am Laufenden gehalten werden.
Heiligenbild

das Gebet an die Schutzheilige

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