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Sexworker News berichtet, dass bloggende Sexworker, internetvernetzte Prostituierte und Sexwork-Aktivisten auf der Blogger Conference Germany bcg2009.de „Konferenz der unabhängigen Medien“ nicht als sichtbar verlinkter Blog und Website erwünscht sind.
Aus dubiosen Gründen werden politisch aktive Sexworker offenbar im Netzwerk der sonst so freiheitsliebenden BloggerInnen- und Internetszene ausgeschlossen.
Sexworker.at schreibt:
Die Computer-Nerds, Internet-Programmierer und Medien-Aktivisten des digitalen Zeitalters hegen diffuse Berührungsängste zu ihren Schwestern und Brüdern im ‘ältesten’ Gewerbe. Ihre Bemühungen sich mit Internet-Anwendungen für die Anerkennung gleicher Bürgerrechte und nichtkriminalisierter Berufsausübung einsetzen und gegen hegemoniale Falschdarstellungen in Öffentlichkeit und Massenmedien, ihre oft tabuisierte, ungehörte eigene Sichtweise mitzuteilen werden vom Veranstalter der Blogger Konferenz Berlin im Vorfeld ersteinmal ausgeblendet.
Der Weg zu einer digitalen Avantgarde scheint noch weit. Bisher scheint man lieber selektiv und distanziert statt gemeinsam für Demokratie und Freiheit einzutreten.
Dem kann ich mich nur anschließen. „Double Standards“ und Scheinmoral sind das, sonst nichts.
In dieStandard findet sich ein interessanter Beitrag über Sexarbeit, die Dienstleistung ohne Rechte, aber mit vielen Pflichten. 85 – 90 Prozent der Sexarbeiterinnen in Österreich sind Migrantinnen. Der dieStandard-Text analysiert den Opferdiskurs, der bei diesem Thema immer schnell, viel zu schnell aufkommt. Mehr zum Thema findet sich im Blog Sexworker News (der sich neu nun auch auf der Blogroll der Santa Precaria findet) und authentische Positionen der Sexarbeiterinnen bietet, die in Mainstream-Medien kaum vorkommen. Sexworker.at ist übrigens die größte deutschsprachige Community zum Thema Sexarbeit.
Anlässlich des internationalen Tages der Pflege- und Betreuungsberufe am 12. Mai 2009 dokumentieren wir hier eine Aussendung von maiz – Autonomes Zentrum von und für Migrantinnen aus Linz.
Weltweit wurde gestern, am 12. Mai der Internationale Tag der Pflege-und Betreuungsberufe gefeiert. Dieser Tag soll an „den wertvollen Beitrag, den PflegerInnen für die Gesellschaft leisten“ erinnern.
Wir nehmen diesen Tag zum Anlass um den Fokus auf die globale Frage der Situation von Migrantinnen zu lenken und beziehen uns dabei auf einen noch viel breiter gefassten Begriff der Pflege. Pflege schließt vor allem für Migrantinnen eine reihe weiterer bezahlter Dienstleistungen mitein, die im aktuellen Kontext der Globalisierung von (prekären) Arbeitsverhältnissen stark beeinflusst und großteils Ergebnis der vielfältigen Umgestaltung des Produktionsprozesses in postfordistischen Gesellschaften sind. Mit der Vielfalt prekärer Existenzen nehmen auch Rolle und Anzahl von Migrantinnen in diesem Bereich rasant zu. Bestehende Arbeitsverhältnisse sind dabei überwiegend im Kontinuum „Sex-Fürsorge-Pflegearbeit“ angesiedelt.
Der Augustin veröffentlicht einen Leserinnen-Brief einer durch Arbeitslosigkeit zermürbten, aber erst recht durch das AMS-System schikanierten Leserin.
Der Text enthält eine Vielzahl der bekannten und nichts desto trotz interessanten Symptombeschreibungen eines Systems, das kaum auf Hilfe ausgelegt ist sondern vielmehr auf Erniedrigung und Stigmatisierung:
1. instrumentelle Herablassung und das Fuchteln mit dem Damoklesschwert
Am 1. Februar 2005 erhielt ich von meinem damaligen „Berater“ das Formular für den Pensionsantrag wegen Berufsunfähigkeit mit den Worten: „Sowas wia Ihna kemma do net brauch’n.“
2. Gratisarbeitskräfte, die freilich gern genutzt werden, aber nur solange gratis
Die auf diesem blog angekündigte Diskussion derStand.punkt widmete sich diesmal dem Thema „Endstation Armut – Sozialstaat in der Krise?“
Österreich ist eines der reichsten Länder der Welt. Und dennoch leben eine Million Menschen trotz Erwerbstätigkeit an oder unter der Armutsgefährdungsschwelle. Fast eine halbe Million Menschen leben in manifester Armut. „Ist etwas faul im Sozialstaate Österreich?“ Diese Fragen stellten sich Moderatorin Anita Zielina und ihre Gäste bei der dritten Diskussionsrunde von derStand.punkt auf okto und derStandard.at.
Einen Bericht der Veranstaltung mit Video findet ihr hier.
Ein Blick auf die Schweiz, fern von Uhren und Schokolade:
Die Forschung zur neuen Workfare-Politik (Arbeitspflicht für Erwerbslose im Gegenzug zu Sozialleistungen) in der Schweiz verweist auf ein Paradox.
Auf der einen Seite zeigt sich, dass Workfare das deklarierte Ziel der Integration der erwerbslosen Sozialleistungsbeziehenden großmehrheitlich nicht erreicht und es sogar so ist, dass damit die soziale Ausgrenzung der Betroffenen noch zusätzlich verstärkt wird. Das hat damit zu tun, dass die Betroffenen durch die Workfare-Massnahmen erst recht stigmatisiert werden und der Arbeitsmarkt generell ablehnend auf „vorbelastete“ Stellensuchende reagiert.
Auf der anderen Seite ist festzustellen, dass die politisch Verantwortlichen trotz der für die Betroffenen negativen Ergebnisse an Workfare festhalten und oft sogar einen Ausbau der entsprechenden Massnahmen fordern.
Stigmatisierung statt Integration
Dieses Paradox (Aufrechterhaltung einer beständig scheiternden Sozialpolitik) kann nur mittels der Feststellung aufgelöst werden, dass es bei Workfare in Wirklichkeit gar nicht um Integration, sondern um Sozialdisziplinierung aller geht.
Eine Studie in Deutschland (via Das Unterschichtenblog) belegt, dass HARTZ IV EmpfängerInnen nicht mehr nur wie bisher wegen Verstößen gegen die gesetzlichen Regelungen bestraft werden, sondern mittlerweile wird vielmehr die innere Haltung, die Meinung, bestraft. Von der Universität Bielefeld wurden 107 ArbeitsvermittlerInnen in Arbeitsagenturen (vergleichbar zum österreichischen AMS) nach der Einstellung zu ihrer Tätigkeit befragt. Telepolis berichtet
Entscheidungen von Arbeitslosen werden nicht einfach mehr als Handlungen von autonomen Bürgern hingenommen, die bei Verstoß gegen das Gesetz zum Beispiel durch Leistungsentzug bestraft werden. „Darum geht es heute nicht mehr: Es geht vielmehr um Einsicht und Kooperation.„
Der Arbeitslose ist in diesen Sichtweisen kein autonomer Bürger mehr und der Staat kein Organ der Volkssouveränität. Der Staat, so die Studie, wird hier zur formalen Organisation, die mit dem Arbeitslosen eine Tauschbeziehung eingeht: Er kriegt Hartz IV, aber dafür soll er arbeiten, auch wenn es nur für ein paar Euro ist. Die politische Verbindung zwischen Bürger, Volkssouverän und Herrschaftsinstitution, also die demokratische Verfasstheit, wird so aufgelöst in das einfache Modell eines „Tausches“ zwischen dem „Staat“ und dem „Kunden“.
und resümmiert
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Seit 21. Mai – also bereits gut 4 Wochen – befinden sich AktivistInnen der Tierschutzszene in Untersuchungshaft. Verhaftet wurden sie unter fragwürdigen Bedingungen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion.
Der Vorwurf lautet auf nicht weniger als auf Paragraph 278a StGB, d.h. „Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation„. Das aber, ohne dass bisher konkrete Tatbeschuldigung genannt wurden bzw. vorliegen.
Am 26. Juni findet aus diesem traurig-peinlichen Anlass im Depot-Cafe eine Diskussion statt:
Repression gegen AktivistInnen aufgrund von §278a StGB
Ende der 1990er Jahre wurde unter Heranziehung dieses Paragraphen die so genannte „Operation Spring“ durchgeführt, eine Verhaftungswelle gegen – speziell auch in der antirassistischen Szene aktive – Personen, darunter vor allem MigrantInnen mit prekärem Aufenthaltsstatus.
eine Geschichte von vielen, viele folgen noch …
Angela M., Kindergartenpädagogin, ist glücklich verheiratet. D.h. sie ist glücklich verheiratet, war glücklich verliebt und unbeschwert, darf aber nicht glücklich und unbeschwert sein und kann sich an dieses Gefühl, diesen Zustand, diese Phase schon kaum mehr erinnern. Dabei liegt die glückliche Heirat nicht so lange zurück. 2005 war es, als Angela Patricks Frau wurde und Patrick Angelas Mann.
eine Geschichte von vielen, viele werden noch folgen …
Andrej H., 36 Jahre, Soziologe mit Lehrauftrag an der Berliner Humbolt Universität. Als Forschungsschwerpunkte von Andrej H. sind Stadtsoziologie, Stadterneuerung, Auswirkungen der Privatisierung von Wohnungen, Gentrifizierung, Wohnungspolitik im internationalen Vergleich ausgewiesen.




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