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Der Tatort Kulturpolitik ist wohl auch der Tatort Prekarisierung. Darum hier der Hinweis auf zwei Veranstaltungen des Österreichischen Kulturrats in Wien:
Bei Flatrate = Filesharing + Einkommen aus künstlerischer Arbeit? oder Wie gelingt eine neue Verteilungsgerechtigkeit geht es um die Sicherung künstlerischer Existenzen in Zeiten, wo das „alte“ UrheberInnenrecht angesicht der technischen Entwicklung längst nicht mehr zeitgemäß ist. Bei Sozialversicherung für KünstlerInnen! wird dieses in Östereich wohl never-ending Thema wieder mal auf Tapet gebracht. Das Rufzeichen bezieht sich darauf, dass das was heute unter diesem Namen läuft, diesen eigentlich nicht verdient hat.
Der Kulturrat Österreich präsentierte heute die Arbeitsergebnisse zum Thema Arbeitslosenversicherung im ersten Halbjahr 2009. Kunst-, Kultur und Medienschaffende sind am AMS in aller Regel komplizierte Einzelfälle. Nur häufen sich diese Einzelfälle, dass erwerbsarbeitslose Menschen aus der Versicherungsleistung herausfallen. Die Sachlage ist kompliziert, die Betroffenen müssen einstweilen halt mit den Wirrnissen leben (oder auch nicht), die Details sind beim Kulturrat nachzulesen.
oder
Die (Nicht)Vereinbarkeit von selbstständiger/unselbstständiger Arbeit und Arbeitslosenversicherung
Dienstag 12.5.2009, 19 Uhr
Literaturhaus Wien Seidengasse 13, 1070 Wien
Am Podium (angefragt):
- Rudolf Hundstorfer (Sozialminister)
- Daniela Koweindl (Kulturrat Österreich)
- Reinhold Mitterlehner (Wirtschaftsminister)
- Claudia Schmied (Unterrichtsministerin)
Statt der angekündigten besseren Vereinbarkeit von selbstständiger und unselbstständiger Arbeit verursachen Änderungen in der Arbeitslosengesetzgebung (und in den AMS-Richtlinien) das Gegenteil: Aktuelle Strukturmaßnahmen bewirken Anspruchsverluste trotz aufrechter Versicherung, sowie potentielle Rückzahlungen, verhindern bezahlte Arbeit und fördern Armut. Mehr …
Gespräch mit den politisch Verantwortlichen über Hintergründe, Ziele und weitere Reformvorhaben zum ALVG.
Eine Veranstaltung des Kulturrat Österreich.
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Der Kulturrat Österreich veranstaltete im Frühjahr 2008 ein Symposium zum Thema „State of the Art“ zum Diskurs über die Rahmenbedingungen der Arbeit in Kunst, Kultur und Medien. Nun ist eine Materialsammlung im Anschluss an diese Veranstaltung im Internet erschienen, mit dabei natürlich viele relevante Texte zum Thema Prekarisierung.
Noch vor den Neuwahlen gelang es dem Kulturrat Österreich im Rahmen einer Pressekonferenz eine vom BMUKK unter Verschluss gehaltene Studie zu veröffentlichen:
Die vom bm:ukk in Auftrag gegebene Studie zur sozialen Lage der KünstlerInnen offenbart eine dramatische Armut: 37% leben von einem Jahresgesamteinkommen unter der Armutsgefährdungsgrenze. Die Zahlen und Fakten des Rohberichts sind alarmierend und zeigen dringenden Handlungsbedarf statt Stillschweigen über die Ergebnisse der Studie.
Der Kulturrat Österreich ruft die verantwortlichen PolitikerInnen auf, Position zu beziehen und endlich mit der längst überfälligen Arbeit an der Verbesserung der sozialen und ökonomischen Lage von Kunstschaffen zu beginnen – unter Einbeziehung der Interessenvertretungen!
Daniela Koweindl, Sprecherin der IG Bildende Kunst, schreibt dazu weiter in der KUPF-Zeitung:
Auf 12.400 Euro beläuft sich das so genannte jährliche Äquivalenzeinkommen von KünstlerInnen. Damit ist die Armutsgefährdungsquote von Kunstschaffenden dreimal so hoch wie in der Gesamtbevölkerung und fünfmal so hoch wie jene der Erwerbstätigen in Österreich.
Dazu kommt: das Gesamteinkommen von Künstlerinnen ist im Schnitt um 30% niedriger als jenes von Künstlern (und entspricht der geschlechtsspezifischen Einkommensdifferenz in der Gesamtbevölkerung). Die Einkommensdifferenz aus künstlerischer Tätigkeit liegt sogar bei 35%. 10% der StudienteilnehmerInnen erzielen gar kein Einkommen aus der künstlerischen Tätigkeit, 55,3% weniger als 5.000 Euro jährlich und insgesamt 74,9% bleiben immer noch unter 10.000 Euro. Doch KünstlerInnen leben nicht vom künstlerischen Einkommen allein: Gut drei Viertel sind mehrfach beschäftigt und gehen zumindest einer weiteren (kunstnahen und/oder kunstfernen) Beschäftigung nach. Lediglich 24% sind ausschließlich künstlerisch tätig.
Angesichts dieser Tatsachen ist klar, wie dringend da der Handlungsbedarf ist. Das sagen allerdings die Intessensvertretungen der Kulturschaffenden schon lange. Offenbar will niemand zu hören – ob das jetzt, nach der Neuwahl, besser wird?




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