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Aus dem Elfenbeinturm Innenstadtpalais der ÖVP – aka ohne zu erröten selbsternannte Wirtschaftskompetenzpartei – dringt die Kunde vom neuesten Public Relations Coup an die mediale Öffentlichkeit:
Wer sich unter der unglaubliche Breite von zehntausenden engagierten Bewerberinnen und Bewerbern als „super-schräge„, „super-innovative“ und supermäßig „nicht angepasste“ Type durchsetzen kann, dieser glücklichen „Unter-Dreißigjährigen“ winkt der heiße Preis eines unbezahlten Praktikums.
Ganz Österreich – also ganz Österreich unter 30 – kaut bereits nervös auf den Fingernägeln herum und fragt sich „bin ich der SuperPraktikant„?
Am Dienstag, 20. Oktober 2009, 17:30 Uhr, findet in der Arbeiterkammer Linz, Volksgartenstraße 40, Festsaal 1 eine Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Thema „Verschwimmen von Arbeits- und Freizeit“ statt. Veranstalterin ist die Interessensgemeinschaft work@professional in der GPA-djp.
Die Textilkette KIK schnüffelte 49.000 MitarbeiterInnen hinterher. Dazu passend gibt es im Blog ArbeitsKlimaWandel Links zum Thema Die überwachte Belegschaft und Informationen über eine andere Kette, die für prekäre Verhältnisse steht: die Drogeriekette Schlecker (zur aktuellen Unterschriftenkampagne der GPA-dja hat SantaPrecaria hier berichtet).
Die Resignation im Job steigt, berichtet ebenfalls ArbeitsKlimaWandel, auf eine Umfrage der AK Oberösterreich hinweisend. Dazu passt die auch arbeitsrechtliche Frage nach den Risken ständiger Erreichbarkeit.
Ein-Personen-Unternehmen sind beim Kindergeld benachteiligt, wissen die Grünen, wie Ceiberweiber berichtet.
Bremen hat die meisten Mini-Jobber, auch kein Ruhmesblatt.
Die kulturrisse der IG Kultur Österreich berichten über das komplexe Thema KünstlerInnen und Arbeitslosenversicherung und rezensieren das Buch „Die Arbeitslosenpolizei“ von Christine Werner. Die Gesamtlage der Kulturschaffenden bringt Prekäre Einsichten.
Ob es besser wird, wenn ärmere Menschen immer weniger wählen gehen, bleibt zu fragen. Andererseits gibt doch da einen alten Spruch: „Wenn Wahlen was verändern würden, wären sie schon längst verboten“. Was einstweilen passiert, berichtet die Junge Welt: Die CDU lies Ein-Euro-Jobber für sich plakatieren.
Da tut Protest Not:
Die KPÖ Steiermark wehrt sich gegen die Auslagerung der Reinigung in Krankenhäusern an private Firmen. Allzu bekannt ist, dass damit schlechtere Arbeitsbedingungen verbunden sind.
Künstlerischen Widerstand übt das Unternehmen Monkeydick-Productions.
Die Gewerkschaft vida hat nun einen eigenen Podcast.
Wieder einmal Format: In der Ausgabe vom 24. Juli 2009 findet sich ein recht differenzierter Beitrag Typisch atypisch inklusive sieben Beispielen und einem kurzem Interview mit ÖGB-Präsident Erich Folgar, das leider online nicht verfügbar ist, aber auch keine wirklich neuen Aussagen des ÖGB zum Thema bringt. Es bleibt bei der Kritik mangelnder sozialen Absicherung, die mit atypischer Beschäftigung verbunden ist – Perspektiven habe ich keine herausgelesen.
Interessant sind auch die Zahlen: Die Anzahl steigt, ob freiwillig oder nicht.
Bezeichnend finde ich es allerdings, dass bei den Einkommensunterschieden von 2000 Euro im Monat ausgegangen wird beim Vergleich von Angestellten und freien DienstnehmerInnen. Viele Atypische wären froh, wenn sie das je verdienen würden, ich kenne genügend Leute, die froh wären, wenn sie fast 100 Euro am Tag verdienen würden im Schnitt und nicht nur 20 oder 30 Euro.
Eine Umfrage der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp und der Mediengruppe Online zeigt, dass eine große Mehrheit der Online-Journalist_innen redaktionell tätig ist und eigene Geschichten produziert, aber vertraglich nicht als RedakteurInnen anerkannt wird.
Ermöglicht wird das v.a. durch die Ausgliederung der Online-Redaktionen aus den Medienhäusern, was eine „Kollektivvertragsflucht“ ermöglich. Die berüchtigten „Freien Dienstverträge“ dominieren den Online-Journalismus.
Franz C. Bauer, Vorsitzender der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp kommentiert:
Die unfaire und inadäquate Behandlung der Kolleginnen und Kollegen in den Online-Redaktionen greift nicht nur deren wirtschaftliche Basis an, sondern stellt auch eine ernste Bedrohung für die Meinungsfreiheit in Österreich dar.
Informationen zur Studie gibt es bei der GPA-djp. Interessant ist auch das Blog der Mediengruppe Online, in dem unter anderem zu erfahren ist, dass bei einem schwedischen Online-Portal Journalist_innen nach Klicks bezahlt werden. Na, danke!
Santa Precaria berichtete über eine Studie zur Arbeitssituation der Handelsangestellten in Tirol. Nun gibt es eine österreichweite Studie der Arbeitskammer, die auch nicht wirklich besseres zu berichten hat:
Arbeit im Handel ist prekär.
Näheres gibts im Blog ArbeitsKlimaWandel.
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… die Frage nach der Zukunft unserer Kinder (via)

Leiharbeit, auch Personalleasing oder Zeitarbeit genannt, nimmt in den letzten Jahren immer mehr zu. Während zunächst industrielle Einsatzbereiche dominierten, findet sich Leiharbeit seit geraumer Zeit auch im Dienstleistungssektor. LeiharbeiterInnen sind im Betrieben tätig, aber doch irgendwie nicht wirklich dabei. Es überrascht nicht, dass LeiharbeiterInnen jetzt in der Wirtschaftskrise, die ersten sind, die gehen müssen.
Darum hat die Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung eine Unterschriften-Kampagne zur Sicherstellung der Finanzierung einer Arbeitsstiftung für LeiharbeiterInnen gestartet. Ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber doch sinnvoll.
Auf Ö1 gibt es am Dienstag, 14. April 2009 um 17.09 Uhr in der Sendung „Moment leben heute“ einen Einblick in die aktuelle Situation von LeiharbeiterInnen (via Mailingliste Ultraelastisch):
Zeitarbeiter, auch Leiharbeiter genannt, waren die ersten, die den Abschwung zu spüren bekamen. Als die Schlagzeilen im vergangenen Sommer noch nicht von Krise, sondern nur von Turbulenzen in den USA sprachen, verloren in Österreich die ersten Zeitarbeiter ihren Job. Inzwischen haben sie es selbst in die Schlagzeilen geschafft. Gewerkschafter und Sozialminister fordern eine Stiftung für arbeitslose Zeitarbeiter.
Derzeit sind rund 35.000 Zeitarbeiter ohne Job. Wie es sich als Leiharbeiter mit geringer Hoffnung auf Arbeit lebt.

Vom Vernetzungstag und Symposium Freiheit und Prekarität, organisiert von FIFTITU%, IG Bildende Kunst, IG Kultur Österreich und der Verband feministischer Wissenschafterinnen im November 2008, gibt es nun neben der Audiodokumentation nun auch eine Textdokumentation. Zur Intention schreiben die Veranstalterinnen:
Mit einem Vernetzungstag und Symposium stand die zweitägige Veranstaltung einerseits in der Kontinuität der seit 2004 stattfindenden Vernetzungstreffen kunst- und kulturschaffender Frauen, andererseits in der Kontinuität der Symposienreihe des Verbandes feministischer Wissenschafterinnen. Als ein Forum für Reflexionen und die Entwicklung von Strategien konzipiert, sollte ein wissenschaftlicher, künstlerischer, kultureller, zivilgesellschaftlicher, politischer und in jedem Fall feministischer Austausch ermöglicht werden.
Video von Clemens Kogler via Bazzty via green neutrino







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